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Varietäten

"Natürliche Sprachen ... sind keine homogenen, sondern heterogene Systeme, sie sind nicht einheitlich, sondern vielfältig gegliedert. In diesem Sinne spricht man nicht von der Sprache, sondern von Standardsprache, Dialekten, Umgangssprachen, Fachsprachen, Sondersprachen, Literatursprachen u.a. Die hier genannten Erscheinungs- bzw. Existenzformen der Sprache werden in der Sprachwissenschaft auch Sprachvaritäten genannt." (Braun, P. (1998). Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache: Sprachvarietäten (4. Aufl. ed.). Stuttgart: W. Kohlhammer.)

Mich faszinieren Dialekte und andere Varietäten. Auf dem Internet findet man öfters etwas zu diesem Thema, deswegen bekommen sie hier ein eigenes Kapitel.

Hochdeutsch oder Dialekt bei Sportübertragungen?

Der Moderator spricht Hochdeutsch, der Experte Dialekt. Der Tagi hat heute einen interessanten Bericht über die internen Regeln zur Wahl der Varietäten beim Schweizer Fernsehen. Hier ein Zitat: «Co-Kommentatoren sprechen Schweizerdeutsch, weil sie ihr Fachwissen so glaubwürdiger auf den Punkt bringen können.» Na, wie soll man denn jetzt das interpretieren?

Patois schafft es in die deutschschweizer Presse

Der Tagesanzeiger berichtet heute: "In der Walliser Berggemeinde Evolène wird das traditionelle Patois nur noch von wenigen Menschen gesprochen. Nun soll es vor dem Aussterben gerettet werden."

Elektronik und Dialekt

Das war doch zu erwarten: Mit dem neuen iPhone 4S kann man sprechen, aber nur im Standard. Interessant, dass man im Englischen drei Optionen hat, nämlich Englisch, Amerikanisch und Australisch, während Deutsch und Französisch als Einheit daher kommen. Probleme scheint es schon mal zu geben mit Japanischem Englisch und Kanadischem Französisch. Ich bin mal gespannt auf erste Erfahrungen mit Schweizer (Standard-) Deutsch. 

Jugendsprache: Voll normal? Megasupergeil!

Wie verändert sich die Sprache der Jugendlichen durch Facebook und Chatten? Hört und liest man von Teenagern bald nur noch Kurzsätze im SMS-Stil? Ein Gespräch mit der Linguistin Christa Dürscheid auf Focus Schule.

Deutsche und der Schweizer Dialekt

Ein Beitrag des Tagesanzeigers thematisiert, ob Deutsche den Schweizer Dialekt lernen sollten oder nicht:

"Reden Deutsche keine Mundart, wird ihnen mangelnder Integrationswille vorgeworfen. Versuchen sie es mit Schweizerdeutsch, ernten sie Gelächter. Was nun?"

 

Pedro Lenz über Politik, Mani Matter und Dialekt

Der Mundartdichter Pedro Lenz wird heute im Tagi befragt, hier ein Ausschnitt:

 

Zum Dialektentscheid: Diese politische Entwicklung scheint mir sehr gefährlich. Jetzt kommt die SVP, die sich nie einen Deut um Sprache gekümmert hat, und leitet die Ergebnisse auf ihre Mühle um. Sie sagen, wir sind bedrängt und müssen deshalb an der Mundart festhalten. Das ist das falsche Argument. Andersrum ist richtig: Wir Schweizer haben die grössere Sprachkompetenz als viele um uns herum.... Wir können zum Beispiel sehr gut von Varianten abstrahieren. Das heisst, wenn einer Baseldeutsch und der andere Zürichdeutsch spricht, dann verstehen sie einander trotzdem.

 

Quelle: tagi

Noch ein Wort zum Dialekt im Kindergarten

Irgendwie passen wir nicht mehr zur Welt. Und sind dabei natürlich der Überzeugung: Die Welt passt nicht zu uns!

Da muss ich Frank A. Meyer ausnahmsweise Recht geben. Das ganze Interview zum Dialekt im KiGa Entscheid gibt's in der Schweizer Illustrierten.

«Es vo Weschte herbiiziehends Tüüf»

"Kürzlich zeigte .. eine Studie, dass sich unsere Dialekte einander angleichen und dem Hochdeutschen erliegen. «Butter» verdrängt «Anke». «Pfütze» verdrängt «Glungge» und andere Wörter. «Summersprosse» verdrängt «Märzeflecke» und Ähnliches. Aus «es Gschänk überchoo» wird «es Gschänk bechoo». Und statt «coole Hose» im Plural kauft man «e cooli Hose» im Singular. So hat sich das Hochdeutsche hierzulande dauerhaft eingenistet, Spezialist Christoph Landolt vom schweizerdeutschen Wörterbuch «Idiotikon» spricht von «Aushöhlung der Mundart».
Diesen teutonisierten Dialekt kriegen unsere Kindergärtler serviert." Quelle: tagi

Zürich bekommt eine «Deutsche Seite»

Im «Zürcher Tagblatt», dem städtischen Amtsblatt, ist heute Mittwoch erstmals eine Seite von Deutschen für Deutsche erschienen. Quelle: tagi, FAZ

Neues Wort gelernt

Ich habe eben ein neues Wort gelernt auf spiegel online: "ein Gericht prüft den Vorwurf der Kungelei". Ich kenne Nepotismus, Vetterliwirtschaft, aber Kungelei? Man wird jeden Tag etwas klüger.